„Last night a DJ saved my life“ – Musik & Erinnerung
„Sind Sie sicher, dass das der richtige USB-Stick ist?“, fragte die Standesbeamtin bei unserer Hochzeit im Mai 2019 verwirrt.
Natürlich war das der richtige USB-Stick! Wir wünschten uns nämlich zum Einzug in den Trauungssaal Nirvana mit „Come as you are“, bei der Ringübergabe INXS mit „Need you tonight“ und KISS „I was made for loving you“ begleitete uns aus dem Trauungssaal hinaus ins Leben als Ehepaar mit fünf Kindern im Patchwork.
Obwohl wir schon um die 40 waren, wünschten wir uns die Musik unserer Jugend zur Untermauerung unserer Beziehung, weil sie uns in wichtigen Jahren, als wir auf der Suche nach dem Sinn und allem anderen waren, geprägt haben.
In meinen Dreißigern hörte ich wenig Musik, denn ich hatte genug um die Ohren:
Zwei knapp hintereinander geborene Söhne, ein (spät berufenes) Masterstudium der Germanistik und eine Stelle als Forschungsassistentin an der Uni bestimmten meinen vollen Alltag – ich genoss also die wenigen Minuten der Ruhe (zum Beispiel, wenn ich mit dem Rad durch die Stadt kurvte).
Das machte sich auch vor kurzem bei einem Spiel, bei dem man Musiktitel, deren Interpreten und Erscheinungsjahr, erraten musste, bemerkbar: Von den 1960er bis 1990er Jahren wusste ich die meisten Titel, ab 2000 wurde es dünn.
Was ich in diesem Zusammenhang sehr spannend empfinde:
Wir überbrücken locker Jahrzehnte, wenn nicht ein ganzes Jahrhundert, eines Musik-Gedächtnisses – schließlich hörten wir auch schon die Lieblingshits unserer Eltern und eventuell die unserer Großeltern, wenn wir dort viel Zeit verbracht haben.
Und als ich vor kurzem im Radio Tina Turner und David Bowie mit „Tonight“ gehört habe, musste ich sofort an dieses rührende Video denken:
Der Jubel, wenn David Bowie die Bühne betritt, die Luftbussis, die Tina Turner ihm schickt, sein umwerfendes Lächeln und den zärtlichen Tanz, während das Saxophon ein Solo spielt, und sie sich gegenseitig was auch immer ins Ohr flüstern. Dieses Video bringt mich jedes Mal zum Heulen (in a good way!).
Dann habe ich über andere ikonische Videos, die sich mir ins Herz und Hirn gebrannt haben, nachgedacht:
Ganz wichtig wäre da für mich Roxette „Listen to your heart“, in dem Marie Fredriksson barfuß, mit hautengem Kleidchen und verwuschelten platinblondem Haar auf der Bühne einer Burg singt.
Prägend für eine ganze Generation ist das genial gemachte Video von AHA „Take on me“, in dem ein Mädchen in eine Graphic Novel gezogen wird – einfach der Hammer!
Auch bei diesem Video liebe ich die Kombination von Musik und erzählter Geschichte:
„November Rain“ von Guns N´Roses
Begib dich auf deine eigene Erinnerungsreise:
❤️ Welche Songs treffen dich direkt ins Herz?
❤️ Was ist dein absoluter Lieblingssong und weshalb?
❤️ Hast du ein Lieblingsmusikvideo? Was gefällt dir daran so gut?